SuperCup 2002
Tschüss, bis 2004!
Die Stadt Warburg war an diesem Wochenende wieder einmal fest in der Hand der Radsportler aus dem gesamten Bundesgebiet bzw. angrenzender Ländern. Der Radmarathon 4. Super-Cup Warburg-Westfalen und die 7. Diemel-Börde-Radtouristik-Tour lockten insgesamt 1.187 Radfahrer nach Warburg. Ein voller Erfolg für den ausrichtenden RSV 98 Warburg um den ersten Vorsitzenden Heribert Neuhann.
Unter der Schirmherrschaft von Volker Odenbach, Direktor der Caritas im Erzbistum Paderborn, machten sich überpünktlich 675 Marathon-Fahrer auf die anspruchsvolle 240 Kilometer lange Marathon-Distanz. Die Radler hatten es in diesem Jahr besonders eilig und ließen selbst dem Schirmherren noch nicht einmal die Chance, ein Startzeichen zu geben bzw. ein paar Grußworte an die Aktiven zu richten. Der nahm es indes gelassen, und nahm bei einem tollen Frückstücksbuffet in der herrlich geschmückten Stadthalle die Gelegenheit zu einem ersten Informationsaustausch mit den Offiziellen des Vereins wahr. Nachmittags kehrte er wieder nach Warburg zurück, schließlich galt es, Pokale zu überreichen. Und diese Aufgabe ließ er sich nicht nehmen.
Endlich passte es beim Warburger Super-Cup mit dem Wetter. Bei den ersten drei Auflagen hatte sich die Tour durch Sauerland, Egge und Weserbergland nämlich den Ruf erlangt, überaus anspruchsvoll zu sein. "Und meistens regnet es in Warburg". Aber nicht 2002. So waren die Anmeldungen zunächst schleppend verlaufen. Als es sich aber abzeichnete, dass das Wetter endlich auch mal in Warburg passt, stieg die Zahl der Teilnehmer auf stattliche 675 an. Bedingt durch das tolle Wetter reisten dann auch die Radtouristiker aus der Umgebung in Scharen an. 497 Aktive für die Strecken 46, 79, 111 und 151 sind ebenfalls für den RSV ein zufriedenstellendes Meldeergebnis.
Auf dem Parkplatz an der Stadthalle gab es keine Lücken mehr. Auch das Massenquartier in der Falkschule war gut belegt, die Hotels der Region ohnehin ausgebucht.
Das Feld der Marathonfahrer zog sich gleich nach dem Start recht weit auseinander. Lobend muss dabei die Zusammenarbeit mit der Polizei erwähnt werden, die zunächst beide großen Kreuzungen in Warburg für den morgendlichen Verkehr dicht machten, später auch bei der Ortsdurchfahrt in Rhoden für frei Fahrt der Pedaleure sorgten.
An der Spitze des Feldes hatte sich schnell eine etwa 20-köpfige Gruppe um die bekannten Fahrer Kai-Uwe Gerstenberger (Melle), Jens Volkmann (Düsseldorf) und Norman Freitag (Braunschweig) gebildet. Dabei auch einige junge Wilde, die sich quasi als Herausforderer für die bekannt schnellen Fahrer herausstellten. Nach drei Stunden rauschte diese Gruppe im Schnelldurchlauf schon am zweiten Kontrollpunkt in Hardehausen vorbei, schon leicht dezimiert, denn Gerstenberger und Mitstreiter nahmen die Herausforderung einer schnellen Fahrt an und zeigten den anderen recht eindrucksvoll, "wo der Hammer hängt". Immer mehr bröckelte die Gruppe auseinander. Einige mussten in Bad Driburg passen, andere nach rund 180 Kilometern, denn gerade zwischen den Kontrollpunkten 5 (Lippoldsberg) und 6 (Lamerden) sind noch Steigungen eingebaut, "die richtig weh tun".
Kurz vor Warburg waren die bereits genannten Drei dem Rest davongefahren, und nach sieben Std. stießen sie mit einem frischen "Radler" auf die Tour an. "Das war heute schwerer und länger als vor zwei Wochen in Gevelsberg", meinte Gerstenberger im Ziel, schließlich habe er 4.100 Kalorien verbraucht, in Gevelsberg aber nur 3.600.
So nach und nach trudelten schließlich auch alle anderen Langstreckler wieder in Warburg ein. Fast alle hielten durch. Pannen waren kaum zu verzeichnen, allerdings ging es auch 2002 nicht ohne einen Unfall. Kurz vor dem ersten Kontrollpunkt in Helminghausen kam es zu einem Crash unter einigen Radlern. Ein Radfahrer aus Kirchlengern musste ins Krankenhaus in Korbach eingeliefert werden. Schlüsselbein- und Beckenbruch lautete die Diagnose. Ein anderer radelte sogar noch selbst wieder nach Warburg zurück und ließ sich dort im Krankenhaus das defekte Schlüsselbein richten. 2003 wird es in Warburg keinen Super-Cup geben. "Tschüss, bis 2004", verabschiedeten sich viele Radler aus Warburg.
Erfolgreiches Abschneiden auf der ganzen Linie
Bruno Nettesheim, Fachwart des BDR, und Norbert Schnitzmeier, Lehrwart des Landesverbandes aus Dortmund, zeichneten im Rahmen dieses Abends einige Radfahrer aus, die schon 50 Super-Cups und mehr absolviert haben. Das 50er-Trikot erhielten Agnes Vossen (Meerbusch), Wolfgang Heinrich (Bischofsgrün), Oskar Lünert (Weitersburg), Lothar Wolf (Obersulm), Joachim Gröger, Helmut Stiller (beide Berlin), Ernst Klapproth (Heilbronn) und Norbert Hues (St. Augustin).
Pokale standen wieder für die teilnehmerstärksten Vereine bereit. Der RSV Moers (15) und der PSV Stuckenbrock (14) sowie das Team Schloß Hamborn (11) lagen bei der RTF-Wertung vorn. Klar die Nase vorn bei den Super-Cup-Fahrern hatte die TG Hainhausen, die mit 26 Aktiven am Start war.
Unabhängig vom Volksradfahren holten aber auch viele Warburger ihre Rennmaschinen aus der Ecke, um sich an den Touren der 7. Diemel-Börde-RTF im Rahmen des Garant-Möbel-Cups zu beteiligen. Helmut Kurten aus Menne ist da als Dauergast ebenso zu nennen, wie Hermann Fritz , Chef vom Restaurant-Hotel "Alt Warburg". Zahnarzt Heinz-Günter Schirbel, der jüngst bei einem Sturz nicht ganz so erfreuliche Erfahrungen als Radfahrer machte, nahm nach seiner Genesung auch teil, gemeinsam mit seinem Bruder Ulrich und Simon Grezschik. Jürgen Laudage und Lothar Ständer, von der Scherfeder Fraktion des RSV 98 um Alex Schmidt, wurden ebenso gesichtet, wie Tennisspieler Markus Harbord (TC 80 Warburg). Thomas Butterweck, früherer Fußballer der ETSG Germete und seit Jahren als Laufsportler und Radler unterwegs, nahm erneut die 111km-Strecke in Angriff. Als I-Tüpfelchen gewann er bei der Verlosung des Garant-Möbel-Cups einen schmucken Regenschirm.
Neben einer Gruppe von Niederländern, die aus der Nähe der Grenze bei Nordhorn angereist waren, war auch ein Radler aus Polen zu Gast. Zbigniew Bury aus Przemyst an der Grenze zur Ukraine war mit einem Freund aus Seifhennersdorf nach Warburg gekommen. Im nächsten Jahr lädt der RSV zur 8. Diemel-Börde RTF ein. Ein Super-Cup folgt möglicherweise wieder 2004.
Was ist der schönste Lohn für viel Arbeit?
Was ist der schönste Lohn für viel Arbeit? Natürlich Lob und Anerkennung. Und die erhielt der RSV 98 Warburg am Samstag jede Menge. Nicht nur von den Teilnehmern, auch von offizieller Seite. Mit Bruno Nettesheim war der Breitensport-Fachwart des BDR aus Frankfurt nach Warburg gekommen. Norbert Schnitzmeier, Lehrwart vom Landesverband des BDR, war ebenfalls dabei, sogar aktiv im Sattel.
,,Mit der Unterstützung von Petrus ist es den Warburgern gelungen, ein würdiges Finale der BDR-Serie Super-Cup auszurichten", sagte er. Im Hinblick auf die Nichtberücksichtigung des RSV 98 Warburg in der 2003er-Serie meinte Nettesheim: ,,Das Jahr sollte der Verein mit seinem Helfern und Mitgliedern nutzen, um Kräfte zu sammeln, um dann mit neuer Motivation 2004 wieder dabei zu sein".
Die Nichtberücksichtigung habe, so versicherte Nettesheim noch einmal, überhaupt nichts mit der Qualität der Veranstaltung zu tun. Das sei lediglich regional zu begründen, denn mit Korbach hat für 2003 ein Verein aus der direkten Umgebung Warburgs den Zuschlag bekommen.
Ein Umstand, mit dem sich auch schon der erste Vorsitzende des RSV Warburg, Heribert Neuhann, auseinandergesetzt hat. ,,Das wird nicht nur 2003 ein Problem sein. Wir, das ist der RSV Warburg und der Verein aus Korbach, dürfen nicht davon ausgehen, dass es mal ein Jahr geben wird, in dem beide Vereine den Zuschlag für die Super-Cup-Serie bekommen. Denkbar wäre da meiner Meinung nach eine engere Zusammenarbeit mit den Korbachern. Im Wechsel könnten Warburg und Korbach einen Super-Cup ausrichten und sich auch gegenseitig dabei unterstützen", plant Neuhann schon auf lange Sicht.
Traumhafte Landstriche, tolle Verpflegung, und natürlich das gute Wetter 2002. Dies waren oft genannte Prädikate, die die Teilnehmer lobend hervorhoben.
Dazu kam noch ein weiteres oft gehörtes Kompliment: die Freundlichkeit. Ob an der Meldestelle, den diversen Verkaufs- und Kontrollstellen, überall sei den Aktiven große Hilfsbereitschaft und ein nicht unbedingt selbstverständliches Maß an Freundlichkeit entgegengebracht worden. Das spricht für den RSV 98 Warburg.

